Ausreise Bruneldas: 01 - 02 - 03
Fragmente: 01 - 02 - 03 - 04 - 05

 

Ausreise Brundeldas - 03

Vielleicht wäre es überhaupt klüger gewesen, eine andere Zeit für den Transport zu wählen. Wenn eine solche Fahrt wieder nötig werden sollte, wollte sich Karl getrauen, sie in der Mittagsstunde auszuführen. Ohne schwerer belästigt worden zu sein, bog er endlich in die schmale, dunkle Gasse ein, in der das Unternehmen Nummer 25 sich befand. Vor der Tür stand der schielende Verwalter mit der Uhr in der Hand. Bist du immer so unpünktlich? fragte er. Es gab verschiedene Hindernisse, sagte Karl. Die gibt es bekanntlich immer, sagte der Verwalter. Hier im Hause gelten sie aber nicht. Merk dir das! Auf solche Reden hörte Karl kaum mehr hin, jeder nützte seine Macht aus und beschimpfte den Niedrigen. War man einmal daran gewöhnt, klang es nicht anders als das regelmäßige Uhrenschlagen. Wohl aber erschreckte ihn, als er jetzt den Wagen in den Flur schob, der Schmutz, der hier herrschte und den er allerdings erwartet hatte. Es war, wenn man näher zusah, kein faßbarer Schmutz. Der Steinboden des Flurs war fast rein gekehrt, die Malerei der Wände nicht alt, die künstlichen Palmen nur wenig verstaubt, und doch war alles fettig und abstoßend, es war, als wäre von allem ein schlechter Gebrauch gemacht worden und als wäre keine Reinlichkeit mehr imstande, das wieder gutzumachen. Karl dachte gern, wenn er irgendwohin kam, darüber nach, was hier verbessert werden könne und welche Freude es sein müßte, sofort einzugreifen, ohne Rücksicht auf die vielleicht endlose Arbeit, die es verursachen würde. Hier aber wußte er nicht, was zu tun wäre. Langsam nahm er das Tuch von Brunelda ab. Willkommen, Fräulein, sagte der Verwalter geziert, es war kein Zweifel, daß Brunelda einen guten Eindruck auf ihn machte. Sobald Brunelda dies merkte, verstand sie das, wie Karl befriedigt sah, gleich auszunutzen. Alle Angst der letzten Stunden verschwand.

Ausreise Bruneldas: 01 - 02 - 03
Fragmente: 01 - 02 - 03 - 04 - 05